Enrique Rottenberg

Utopia

4.7. — 6.9.2015

Der Aus­stellungs­titel nimmt Bezug auf den philo­sophi­schen Dialog­roman „Utopia — Vom besten Zustand des Staates und der neuen Insel Utopia“ des humanis­tischen Autors und englischen Staats­mannes Thomas Morus aus dem Jahre 1516. Die Schilde­rung einer künf­tigen idealen Gesell­schaft gab den Anstoß zum Genre der Sozial­utopie.

In der Werk­gruppe „Utopia“ entwirft der kuba­nisch-isra­elische Foto­graf Enrique Rottenberg mit seinen insze­nierten Menschen­bildern das Ideal einer vermeint­lich perfek­ten Gesell­schaft. Mit viel Ein­fühlungs­vermögen, Humor und sati­rischer Schärfe entwickelt er Porträts und Gruppen­bilder seiner kuba­nischen Lands­leute, die in lebens­großen und raum­greifen­den Foto­grafien erfahr­bar wurden. Die Kunsthalle HGN präsen­tierte mit „Utopia“ die erste Einzel­aus­stellung des Künstlers in Deutschland.

Enrique Rottenberg wurde 1948 als Sohn polnisch-jüdischer Eltern in Argen­tinien geboren. Mit 13 Jahren ging er allein nach Israel, wo er später erfolg­reich als Immo­bilien­entwickler, Regisseur, Dreh­buch­autor und Film­produ­zent arbei­tete. Seit 1993 ist Kuba seine Wahl­heimat, hier hat er an zahl­reichen Aus­stel­lungen teil­genommen.

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Making of

Ende Mai be­gan­nen die Ar­bei­ten an den Zwi­schen­wän­den und Raum­tei­lern. Eine große Her­aus­for­de­rung stel­len Kon­struk­tion und Bau des begeh­baren und schall­iso­lier­ten Raum­kör­pers zur 20 Meter lan­gen Arbeit „The Dance“ dar, in des­sen Inne­ren die Besu­cher mit über­lau­ter Musik be­schallt wer­den, während in den übri­gen Räu­men Stille herr­schen muß.

Für das Auf­bau­team war die Hän­gung der bis zu 27 Meter lan­gen Foto­gra­fien eine anspruchs­volle Auf­gabe, bei der viel Im­pro­visa­tions­ta­lent gefragt war. Tage­lang muss­ten die em­pfind­lichen Papier­ab­züge immer wie­der neu aus­ge­rich­tet wer­den, bis sie end­lich in Form ge­bracht waren.